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EcmSpy 'wireless' mit Bluetooth

Inzwischen gibt es auch für den Hobbyisten hochintegrierte Module preisgünstig zu kaufen, um den EcmSpy über eine Bluetooth-Verbindung drahtlos mit dem ECM zu verbinden. Auf diese Weise entfällt das Kabel komplett und der kleine Bluetooth-Adapter kann sowohl am Motorrad wie auch am Laptop verbleiben. Leider wird das serielle Protokoll nicht von PalmOS unterstützt, deshalb wird der PDA auch weiterhin kabelgebunden bleiben.

Die Installation eines Bluetooth-Moduls ist recht einfach, da auch Modelle angeboten werden, die eine serielle Schnittstelle mit TTL-Spannungspegel aufweisen, wie sie für den Anschluss an das ECM notwendig ist. Leider ist die Spannungsversorgung von 12 Volt zu hoch für diese Module, aber mit nur einem einzigen Bauteil (z.B. ein IC 78L05) läßt sich die benötigte Spannung leicht zur Verfügung stellen. Dazu wird noch ein ca. briefmarkengroßes Stückchen Lochrasterplatine benötig und fertig ist der Bluetooth-Adapter. (Ein Klick auf ein Bild öffnet es in einem neuen Fenster.)

Bluetooth-Modul

Das Bluetooth-Modul hat ungefähr die Abmessungen eines USB-Speichersticks. Das abgebildete Modul ist ein "BlueSMiRF" Bluetooth-Modem und wird in der Ausführung von der Fa. Sparkfun verkauft, aber es gibt noch andere Anbieter, die ähnliches vertreiben.

Spannungsversorgung

Die Spannungsanpassung könnte einfacher nicht sein, sie besteht nur aus dem Spannungswandler-IC. Der rote Draht auf der Lochrasterplatine verbindet den RTS-Pin mit dem CTS-Pin der seriellen Schnittstelle am Transceiver, da eine Flusssteuerung nicht notwendig ist.

Vollständiger Adapter

Um das Modul zu vervollständigen fehlt nur noch der Deutsch-Stecker zum Anschluss an die Diagnose-Buchse des ECM. In diesem Bild ist folgende Kabelbelegung zu sehen:

Es ist günstig, bis zur Fertigstellung der Adapter-Konfiguration den Adapter nicht in Gehäuse einzubauen (oder wenn, dann in ein durchsichtiges), damit sich die Leuchtdioden weiterhin beobachten lassen.

Inbetriebnahme

Zur Inbetriebnahme des Adapters sind zwei Schritte erforderlich: auf dem PC oder Laptop muss die Bluetooth-Software für das dort angeschlossene Bluetooth-Gerät installiert und eingerichtet werden und, sobald mit dem Adapter Kontakt aufgenommen werden konnte, dieser auf die Baudrate des ECM (9600 baud) eingestellt werden.

Installation der Bluetooth-Software

Die Installation des Treibers und der übrigen Software für auf dem Computer sieht von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus, die folgenden Bilder sind bei der Installation eines Bluetooth-Sticks der Fa. Belkin gemacht worden. Maßgeblich sind natürlich immer die Herstelleranweisungen.

Nach Aufruf des Installationsprogramms wird die Treiber- und die Anwendungssoftware für installiert. Dazu muss man meistens mit Administator-Rechten angemeldet sein und nach der Installation ist manchmal ein Neustart notwendig. Sobald der Computer wieder neu hochgefahren und die Anmeldung durchgeführt wurde, kann die Bluetooth-Software konfiguriert werden.

Konfiguration der Bluetooth-Software

Nach der erfolgreichen Installation des Treibers muss die Bluetooth-Umgebung auf dem Computer noch konfiguriert werden. Diese Konfiguration läft im Prinzip bei jeder Software gleich ab, aber die Eingabemasken können sich je nach Hersteller deutlich von den hier gezeigten unterscheiden.

Im Windows-Explorer kann man sich die Bluetooth-Umgebung anschauen, im Falle der Belkin-Software sieht das dann so aus, wie auf dem Bild oben.

Zuerst muss dem ein Computer ein virtuelle COM-Port hinzugefügt werden, über den die EcmSpy-Software eine Verbindung zum ECM aufnehmen kann.

Die Belkin-Software zeigt die Eigenschaften des virtuellen COM-Anschlusses nach dem Einrichten an, in diesem Fall hat er den Namen "COM7" bekommen.

Jetzt kann der Bluetooth-Adapter am ECM angeschlossen werden. Dann die Zündung einschalten und den Killschalter auf "EIN" stellen. Auf der Platine sollte nun eine rot blinkende Leuchtdiode anzeigen, dass das Modul mit Spannung versorgt wird. Sobald das geschehen ist, wird mit der Software nach Bluetooth-Geräten gesucht, und der Adapter taucht unter dem Namen "FireFly-XXXX" in der Liste auf. Die letzten vier Zahlen sind für jedes Modul anders, es sind die letzen vier Ziffern der Bluetooth-Hardwareadresse, die auch auf das Modul aufgedruckt ist.

Ein Doppelklick auf das FireFly-Symbol öffnet dieses und zeigt diejenigen Bluetooth-Dienste an, die von dem Adapter unterstützt werden. In diesem Fall ist es nur der serielle Datendienst (SPP bedeutet "Serial Port Profile"). Ein weiterer Doppelklick auf das SPP-Dienstsymbol nimmt eine Verbindung zu dem Bluetooth-Adapter auf. Die rote Leuchtdiode hört auf zu blinken und statt dessen zeigt eine grüne Leuchtdiode an, dass eine Verbindung hergestellt wurde.

Vor dem Aufbau der Verbindung muss sich der PC gegenüber dem Adapter authentifizieren, indem er die im Adapter gespeicherte PIN sendet. Die Standard-PIN lautet "1234", kann aber auch geändert werden.

Wurde die PIN richtig eingegeben, erscheint nun ein Status-Fenster, dass auf die Verfügbarkeit der neuen seriellen Verbindung hinweist. Nach einigen Sekunden wird diese Verbindung wieder geschlossen.

Damit ist die Konfiguration der Bluetooth-Software auf dem Computer abgeschlossen. Zum ECM allerdings kann noch keine Verbindung aufgenommen werden, da das Modul mit der Standardgeschwindigkeit von 115200 baud zu dem ECM Daten übertragen möchte, das ECM allerdings nur eine Datenrate von 9600 baud unterstützt. Deshalb muss in einem zweiten Schritt der Bluetooth-Adapter am ECM richtig eingestellt werden.

Vorbereitung zur Konfiguration des Bluetooth-Adapters

Der Bluetooth-Adapter am ECM kann über die Drahtlos-Verbindung vom Computer aus eingestellt werden, allerdings nur innerhalb der ersten Minute nach dem Einschalten. Deshalb sollte die Aktion auf dem PC vorbereitet werden, um sie zügig durchführen zu können. Als erstes wird der Bluetooth-Adapter wieder aus der Diagnose-Buchse entnommen. Auch die Zündung kann wieder ausgeschaltet werden.

Als Programm, mit dem die Verbindung zu dem Bluetooth-Adapter aufgenommen wird, wird in diesem Beispiel HyperTerminal genommen, dass mit jedem Windows (ausser Windows Vista) mitgeliefert wurde. Benutzer von Windows Vista müssen deshalb auf ein anderes Programm, beispielsweise Lynxterm ausweichen. HyperTerminal findet man unter der Menüfolge "Start -> Programme -> Zubehör -> Kommunikation" oder kann es mit "Start -> Ausführen -> hyptertrm.exe" direkt aufrufen. Nach dem Aufruf von HyperTerminal erscheint eine Eingabemaske, in der man der Verbindung einen Namen geben kann, wie z.B. "FireFly COM7".

Zuerst muss der (virtuelle) COM-Port ausgewählt werden, über den die Verbindung hergestellt werden soll. Das ist der gleiche Port, wie er bereits bei der Erstellung der virtuellen COM-Schnittstelle angegeben wurde. In diesen Beispiel ist es "COM7".

Dann muss der COM-Port passend konfiguriert werden. Als Baudrate werden 115200 Bits pro Sekunde ausgewählt und (wichtig!) die Flusssteuerung auf "Kein" gestellt. Wenn dieser Dialog mit "Ok" bestätigt wurde, erscheint ein leeres Fenster und die Software versucht eine Verbindung zu öffnen.

Da aber die Konfiguration von HyperTerminal noch nicht beendet ist, muss die Verbindung durch Anklicken des rechten Telefon-Symbols wieder geschlossen werden.

Der Bluetooth-Adapter meldet im Konfigurations-Modus keine Eingaben zurück, sodass man entweder alle Befehle blind tippen muss oder eine entsprechende Anpassung in HyperTerminal vornehmen kann. Dazu klickt man bei geschlossener Verbindung auf den Menüpunkt "Datei -> Eigenschaften" um in den Eigenschaften-Dialog zu kommen, dann auf die Karteikarte "Einstellungen" und zuletzt "ASCII-Konfiguration ...".

Dort die Einstellungen so vornehmen, wie oben in dem Bild gezeigt. Danach mehrmals mit "OK" bestätigen und die Einstellungen sichern ("Datei -> Speichern"), damit sie weiterhin zur Verfügung stehen.

Nun kann die Adapter-Konfiguration vorgenommen werden. Zur Kontrolle:

Konfiguration des Bluetooth-Adapters

Der Bluetooth-Adapter muss innerhalb einer Minute nach dem Einschalten in den Konfigurations-Modus gesetzt werden. Diese geschieht dadurch, dass eine Verbindung zu ihm hergestellt wird und die Zeichenkette "$$$" (drei Dollarzeichen) eingegeben werden. Der Adapter antwortet dann mit der Zeichenfolge "CMD" als Zeichen, dass er sich nun im Konfigurationsmodus befindet.

Als erstes wird wieder die Zündung eingeschaltet und der Killschalter auf "Ein" gestellt. Dann den Bluetooth-Adapter in die Diagnosebuchse stecken, es blinkt wieder die rote Leuchtdiode. Jetzt wird in Hyperterminal die Verbindung aufgebaut, indem auf das linke Telefonsymbol geklickt wird.

Nach kurzer Zeit leuchtet die grüne Verbindungs-Leuchtdiode auf. Nun das Modul in den Konfigurationsmodus setzen, indem die drei Dollarzeichen in das leere HyperTerminal-Fenster eingegeben werden. Die Antwort des Adapters sollte sofort erfolgen. Falls das nicht geschieht, müssen alle Einstellungen noch einmal wie oben beschrieben geprüft, der Bluetooth-Adapter aus der Diagnosebuchse herausgenommen und neu einggesteckt werden. Manchmal ist auch der virtuelle COM-Port blockiert, dann hilft ein Neustart des Computers.

Ist der Adapter erfolgreich in den Konfigurations-Modus gesetzt worden, dann kann die Anpassung seiner seriellen Schnittstelle (9600 baud) vorgenommen werden. Der Konfigurationsmodus bleibt so lange aktiv, bis der Bluetooth-Adapter ausgeschaltet oder über einen Befehl zurückgesetzt wird.

Eine vollständige Kommandosequenz sieht wie folgt aus, alle Kommandos (ausser "$$$") müssen mit Return abgeschlossen werden:


 Konfiguration auf 9600 baud Datengeschwindigkeit 
 Bedeutung   Befehl (gesendet)   Antwort (empfangen) 
 Konfigurations-Modus  $$$ CMD
 Zeige Einstellungen  d ***Settings***
BTA=000666019880
BTName=FireFly-9880
Baudrt=115K
Parity=None
Mode =Slav
Authen=0
Encryp=0
PinCod=1234
Bonded=0
Rem=NONE SET
 Setze Baudrate auf 9600 baud  su,96 AOK
 Zeige Einstellungen  d ***Settings***
BTA=000666019880
BTName=FireFly-9880
Baudrt=9600
Parity=None
Mode =Slav
Authen=0
Encryp=0
PinCod=1234
Bonded=0
Rem=NONE SET
Neustart r,1 Reboot!

An dieser Stelle ist die Konfiguration des Bluetooth-Adapters abgeschlossen und der virtuelle COM-Port steht nun für die EcmSpy-Software zur Verfügung.